Forscher der Bond University (Australien) untersuchten den Zusammenhang zwischen Mikroplastik und Blasenkrebs, nachdem sie zahlreiche Partikel in den Harnwegen mehrerer Patienten gefunden hatten. Ihre Studie wurde diesen Sommer im „Journal of Exposure Science and Environmental Epidemiology“ veröffentlicht.
Durch die Analyse von sechs früheren Studien entdeckten sie Mikroplastik in 54 % der Urinproben, 70 % der Nierenproben und 68 % der Blasenkrebsfälle. Ein ursächlicher Zusammenhang musste jedoch noch nachgewiesen werden.
Die Forscher untersuchten daraufhin ein Dutzend Studien zu den Auswirkungen von Plastikpartikeln auf die Harnwege und wiesen deren Toxizität, ihre Fähigkeit, Entzündungen hervorzurufen, und ihre Fähigkeit, die Lebensdauer von Zellen zu verkürzen, nach. Auch andere Beeinträchtigungen wurden beobachtet.
Die australischen Forscher machen daher auf die potenzielle Rolle von Mikroplastik bei Krebs aufmerksam und fordern eine Reduzierung dieser Umweltverschmutzung, die auch Gehirn, Plazenta und Hodengewebe schädigt. Sie glauben, dass ihre Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widerspricht, die 2019 erklärte, es gäbe keine Daten, die auf gesundheitliche Probleme durch die Aufnahme von Mikroplastik über das Trinkwasser hindeuten.
Sophie de Duiéry
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