In Frankreich leiden 15 % der Bevölkerung an einer überaktiven Blase, also häufigem und unkontrollierbarem Harndrang.
Urologen bieten wirksame Lösungen Diese Erkrankung betrifft Männer und Frauen und kann in jedem Alter auftreten. Obwohl sie meist harmlos ist, kann sie sehr belastend sein und den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen. Glücklicherweise stehen Urologen heute wirksame, oft nicht-invasive Behandlungsmethoden zur Verfügung, um ihren Patienten Linderung und soziale Isolation zu verschaffen.
Umsetzung von Hygiene- und Ernährungsempfehlungen Bei einer überaktiven Blase können einfache Hygiene- und Ernährungsempfehlungen überprüft oder umgesetzt werden. Beckenbodentraining mit Unterstützung eines Therapeuten hilft Patienten zudem, den Harndrang hinauszuzögern und ihre Blasenfunktion zu regulieren.
Geeignete medikamentöse Behandlungen Anticholinergika können den Harndrang reduzieren, die Harnzyklen verlängern und Harninkontinenz verringern. Sie sind jedoch nur mäßig wirksam und können lästige Nebenwirkungen (Verstopfung, Verdauungsprobleme, trockene Schleimhäute usw.) verursachen. Beta-3-Agonisten entspannen die Blasenmuskulatur und haben wenige Nebenwirkungen. Sie werden jedoch nicht von der französischen Krankenversicherung übernommen.
Der „Blasenschrittmacher“ Eine weitere mögliche nicht-invasive und medikamentenfreie Behandlungsmethode ist die Stimulation des Schienbeinnervs (Nervus tibialis), der direkt mit der Blase verbunden ist. Dabei werden zwei Elektroden am Knöchel des Patienten angebracht. Wenn sich Erstlinienbehandlungen als unzureichend oder kontraindiziert erwiesen haben, ist die Sakralnervenstimulation, auch „Blasenschrittmacher“ genannt, eine der wirksamsten Behandlungsoptionen. Diese Behandlung schädigt keine Organe und ist reversibel. Daher gilt sie heute als Therapieoption bei überaktiver Blase.
Weitere Informationen finden Sie unter www.urofrance.org
Didier Galibert
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