Eine in Science Advances veröffentlichte Studie bestätigt, dass die Nutzung von Solarien das Risiko für ein Melanom, die aggressivste Form von Hautkrebs, nahezu verdreifacht.
Forscher verglichen 3.000 Patientenakten: 5 % der Solariumnutzer erkrankten an einem Melanom, verglichen mit 2 % der Nichtnutzer. Nach Berücksichtigung von Risikofaktoren lag das relative Risiko bei 2,85. Auffällig ist, dass diese Tumore häufig an Körperstellen mit geringer Sonneneinstrahlung auftreten, wie beispielsweise am unteren Rücken oder Gesäß.
Die genetische Analyse von 182 Biopsien ergab, dass die Melanozyten von Solariumnutzern fast doppelt so viele DNA-Mutationen aufwiesen, insbesondere bei jungen Erwachsenen. Laut Dr. Bishal Tandukar beschleunigt künstliche UV-Strahlung somit die Mechanismen der Krebsentstehung.
Die Internationale Agentur für Krebsforschung schätzt, dass über 80 % der Melanome auf ultraviolette Strahlung zurückzuführen sind, die 2022 für 60.000 Todesfälle verantwortlich war. Solarien sind in einigen Ländern bereits verboten und werden als ebenso riskant wie Tabak oder Asbest eingestuft. Laut dem Dermatologen Pedram Gerami sollten sie zumindest für Minderjährige untersagt werden. Die US-Amerikanerin Heidi Tarr, die ein Melanom überlebt hat, empfiehlt Selbstbräuner, um eine gebräunte Haut zu erzielen.
Pascal Lemontel
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