Die Europäische Kommission hat eine Behandlung für leichte kognitive Beeinträchtigungen bei einigen Alzheimer-Patienten zugelassen. Lecanemab (Leqembi) erhielt im November 2024 die Zulassung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und ist bereits in den USA, China, Japan und Großbritannien erhältlich. Das von Eisai und Biogen entwickelte Medikament zielt auf eine vermutete Ursache der Erkrankung ab: Amyloid-Plaques, die Neuronen zerstören und Symptome verursachen.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2022 verlangsamt die alle zwei Wochen intravenös verabreichte Behandlung das Fortschreiten der Symptome. Nach 18 Monaten zeigte sich bei den behandelten Patienten eine 27%ige Verbesserung der kognitiven Funktion im Vergleich zu einem Placebo. Die hohen Kosten (25.000 € pro Jahr) und Einschränkungen, wie die nur vorübergehende Wirkung, geben jedoch Anlass zur Sorge. Die Behandlung könnte die Selbstständigkeit der Patienten um bis zu 19 Monate verlängern, Langzeitdaten fehlen jedoch.
Im Juli 2024 lehnte die EMA Leqembi zunächst aufgrund des Risikos schwerwiegender Nebenwirkungen, wie beispielsweise Hirnblutungen, die in Studien bei 14 % der Patienten beobachtet wurden, ab. Nach einem Einspruch mit zusätzlichen Daten revidierte die EMA ihre Entscheidung und kam zu dem Schluss, dass der Nutzen für eine bestimmte Patientengruppe die Risiken überwiegt. Der Zugang zur Behandlung wird auf Patienten mit Amyloid-Plaques und ohne hohe genetische Risikofaktoren beschränkt sein.
Frank Verain
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