Menschliche Zellen können krebsauslösende Mutationen tragen, ohne zwangsläufig Tumore zu bilden. Eine Studie des Lunenfeld-Tanenbaum-Instituts zeigt, dass die Geschwindigkeit des Zellzyklus ein entscheidender Faktor ist: Zellen, die sich schneller teilen, haben ein erhöhtes Risiko, krebsartig zu werden.
Forschende führten Experimente mit gentechnisch veränderten Mäusen durch und stellten fest, dass in verschiedenen Geweben (Auge, Lunge, Hypophyse) Zellen mit den kürzesten Zellzyklen Tumore entwickelten, während Zellen mit längeren Zyklen gesund blieben. Durch die künstliche Verlangsamung der Zellteilung bildeten sich trotz vorhandener onkogener Mutationen keine Tumore. Dieses Ergebnis eröffnet neue Wege zum besseren Verständnis der Krebsmechanismen.
Diese vielversprechende Entdeckung wirft jedoch noch Fragen zu den genauen Phasen des Zellzyklus und den Möglichkeiten medizinischer Anwendungen auf, insbesondere für Organe, die eine schnelle Zellerneuerung erfordern. In der nächsten Forschungsphase werden diese Hypothesen an menschlichen Zellen getestet.
Sophie de Duiéry
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